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Bootsbewertung von Thomas Wefers am 14.09.2003
Bootstyp: Waveearl
Vermieter: Waveline CruisersGesamtnote: 1.8

1. Reisedaten
Reisebeginn: 23.08.03Reiseende: 06.09.03
Ort der Bootsübernahme: Killinure PointOrt der Bootsabgabe: Killinure Point
Belegung Erwachsene: 2Belegung Kinder: 2
2. Zustand des Bootes

Bewertung Zustand außen:

Bewertung Zustand innen:
Ausrüstung lt. Checkliste vollständig?
Vorhandene Mängel außen:
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Vorhandene Mängel innen:
- Sitzbank am Essplatz: Polsterknopf fehlt (liegt lose auf der Bank; wieso fällt das beim Saubermachen nicht auf?)
- Sitzbezug Steuerstand innen teilweise durchgescheuert
- vordere Kabine: Mittelteil des Bettes nicht zu befestigen
- vorderes Bad: Umschaltung zwischen Wasserhahn und Dusche defekt (Umschalten auf Dusche nicht möglich)
- vorderes Bad: Duschkopf fällt ab, da Gewinde defekt
- Gashebel Innensteuerstand: Muß bei Geradeausfahrt festgehalten werden
- vordere Kabine: rechte Frontscheibe undicht (minimal)
- vorderes Bad: Tür klemmt sehr stark
Bemerkungen zu Ausstattung und Zustand:
Bei der Ausstattung des Bootes hat man wirklich an alles gedacht. Taschenlampe, Fernglas, Wäscheleine und gutes reichhaltiges Geschirr und Besteck sind keine Selbstverständlichkeit. Zustand und Machart der Pfannen ließen etwas zu wünschen übrig, so daß wir hier noch Ersatz eingekauft haben.

Trotz der relativ zahlreichen oben aufgelisteten Mängel war der Gesamteindruck ganz gut. Das Boot war im Wesentlichen sauber, wenn auch verwundert, wieso bei der Reinigung nicht auffällt, daß einer der Polsterknöpfe lose auf der Sitzbank liegt. Die Betten in der hinteren Kabine sind meiner Ansicht nach wegen ihrer geringen Breite nur für Kinder geeignet. Abhilfe bringt theoretisch der Umbau zum Doppelbett, welches aber nur quer genutzt werden kann, so daß der hinten Liegende über den vorne Liegenden drüberklettern muß. Außerdem bleibt in der Kabine nach diesem Umbau praktisch kein Platz mehr.

Insgesamt gibt es Boote mit deutlich besserer Raumausnutzung. Auch die Lösung mit der längs eingebauten Küche finde ich trotz der vielen positiven Rückmeldungen hierzu unglücklich. Man versuche einmal, eine heiße gefüllte Bratpfanne vom Herd wegzunehmen, sich damit zu drehen und dann zum Esstisch zu gehen. Dann weiß man, was ich meine. Auch die Ablagemöglichkeiten in der Küche sind schlecht. Gut gelöst sind die vielen Verstaumöglichkeiten an allen Räumen.
3. Fahreigenschaften
Allgemeine Bewertung des Fahrverhaltens:
Fahrverhalten bei Manövern:
Fahrverhalten bei Wind:
Fahrverhalten bei Strömung:
Bemerkung Fahrverhalten:
Zum Fahrverhalten bei Strömung kann ich nicht viel sagen, da auf Grund des extremen Niedrigwassers selbst an den kritischen Stellen nix mit Strömung war. Ich habe aber keinen Grund anzunehmen, daß es bei Strömung Probleme gibt. Motorisierung ist völlig ausreichend, auch wenn wir von anderen Waveearl - Nutzern Beschwerden darüber gehört haben, man habe "das lahmste Boot auf dem Shannon" gehabt. Ich würde mir wünschen (aber das gilt für fast alle Boote), daß man mal was anderes als diesen fürchterlich lauten Vibrator von Perkins einbaut.
4. Fazit
Ich würde dieses Boot nochmal mieten:
Begründung:
Man unterhält sich ja auch mit den anderen Waveline - Kunden. Daraus konnte man entnehmen, daß die meisten unserer Probleme wohl eher zufällige Einzelfälle waren. Außerdem haben wir, obwohl wir durchaus danach gesucht haben, kein besseres Boot zum gleichen Preis gefunden.
Es gab folgende Probleme mit dem Boot:
- Heizung: ohne Funktion, dafür nach dem Einschalten Abgasgeruch im Innenraum und Rauchentwicklung aus dem Armaturenbrett).
- Entlüftungsventil des Wassertanks verstopft, so daß der Tank nicht mehr richtig zu befüllen war (Wasser stieg sofort bis zum Einfüllstutzen an und lief dann über, ohne das der Tank auch nur ansatzweise voll war). Das Zwangsbad im Camlin River wegen Wassermangels an Bord war kalt, aber erfrischend. Die telefonisch bei Waveline eingeholten Ratschläge waren leider wirkunslos (z.B.: "Wasser am Duschschlauch ansaugen" (Ratschlag von Gabi), was ein probates Mittel bei Schwierigkeiten der Pumpe nach vollständig geleertem Tank ist, aber mit unserem Problem nichts zu tun hatte, oder: "Wassereinfüllstutzen beim Befüllen zuhalten, so daß Druck ins System kommt und der möglicherweise verknickte Entlüftungsschlauch wieder gerade wird" (Ratschlag von Sven, dem an dieser Stelle gesagt sei, daß der Wassertank nicht unter der Sitzbank, sondern hinter dem Motor sitzt) was aber auch nicht funktionierte. Als wir uns schon mit einem Zwangsaufenthaklt bei Carrick - craft (zur Reparatur) abgefunden hatten den Waveline organisiert hatte), bin ich auf die Lösung gekommen, das Entlüftungsventil von außen mit dem Wasserschlauch unter Druck zu setzen und so freizuspülen. Das hat das Problem beseitigt. Auch danach war allerdings leider festzustellen, daß der Wasservorrat an Bord für vier Personen nicht ausreicht. Nach viermal sparsam duschen und zweimal sparsam abwaschen ist garantiert nichts mehr da. Diese Einschätzung wurde von allen Waveearl - Kunden, die ich gefragt habe, geteilt. Leere Wassertanks sind auf diesem Bootstyp einfach an der Tagesordnung. Schade, zumal Platz für einen mehr als doppelt so großen Tank wäre.

Schlussbemerkung:
Ich habe hier einiges an Kritik aufgelistet. Man möge nun nicht auf die Idee kommen, dass unsere Ansprüche für einen Bootsurlaub einfach zu hoch sind. Bei dem, was hier bemängelt wurde, habe ich durchaus andere Boote im Sinn, die wir schon ausprobiert haben, und die die aufgezeigten Schwachpunkte (zu vergleichbaren Preisen) nicht hatten. Das war allerdings nicht in Irland! Die Waveearl hat auch echte Vorzüge. Neben den guten Stauräumen wäre hier der hervorragende Windschutz auf dem Außensteuerstand, die praktische Badeplattform und die komplette Ausstattung zu nennen. Ich hatte auch noch nie ein Boot mit so langen und so hochwertigen Leinen (bei den zahlreichen täglichen Anlege - und Schleusen - Manövern gar nicht unwichtig! Insgesamt waren wir durchaus zufrieden!
5. Kommentar des Vermieters
Folgender Kommentar erreichte uns am 10.09.03 von Sven Neubert, Waveline Cruisers zu dieser Bewertung:

Es tut uns natürlich leid, wenn ein Polsterknopf am Essplatz ab ist - das ist ein echter Mangel. Aber vielleicht sollte man auch mal versuchen, das aus der Sicht unserer Putzmädels zu sehen, die alle um die 17, 18 Jahre alt sind (mit Ausnahme unserer festen Mitarbeiter. Vielleicht ist einem der Mädels beim Staubsaugen dieser Knopf abgegangen und sie hat sich schlicht nicht getraut, das zu sagen. Wir ersetzen die Bezüge unserer Boote je nach Zustand alle 2 bis 3 Jahre und daß diese durchscheuern können liegt einfach in der Natur der Sache. Bei den hübschen pflegeleichten Plastikbezügen, die viele andere Vermieter verwenden, kann das natürlich nicht passieren. Zum Neubeziehen der Sitzbank am Führerstand muß diese ausgebaut werden, was an einem Übernahmetag, an dem das Boot wieder rausgeht, zeitlich schlicht nicht möglich ist.

Die Einlegekeile in den Frontkabinen haben einen kleinen Riegel zur Befestigung, der durch Kunden regelmäßig kaputtgemacht wird - sorry, wenn da jemand eine gute Idee hat, wie man das besser lösen könnte, wir sind für Vorschläge offen.

Die Umschaltung ist keineswegs defekt, sondern schlicht verkalkt - ein paar Tropfen Essig oder Zitronensaft lösen dieses Problem, das aber aufgrund des sehr kalkhaltigen Wassers in Irland nach wenigen Wochen wieder auftreten wird. Diese blöden Duschknöpfe sind aus Plastik und gehen regelmäßig kaputt. Wir sind immer dankbar, wenn uns Kunden da ein Feedback geben, denn wir selbst duschen ziemlich selten auf unseren Booten.

Alle Gashebel gehen standardmäßig auf eine niedrige Drehzahl zurück, zumindest tun sie das wenn sie neu sind. Da ist eine kleine Feder eingebaut, die genau dieses Verhalten bewirkt (wurde im Forum auch schon diskutiert). Ich habe mich deswegen bereits mehrfach mit dem Lieferanten und Bootsbauern unterhalten. Die Gashebel dieses Herstellers werden weltweit verwendet und in vielen Ländern ist es Vorschrift, daß dies eben so sein muß, falls dem Skipper etwas passiert - dann fährt das Boot eben n i c h t mit Vollgas weiter ! Übrigens muß man im Auto auch den Fuß auf dem Gaspedal lassen ...

Undichtigkeiten auf Booten treten leider immer mal wieder auf. Die Bootsschale ist auf GFK, die Fensterrahmen aus Aluminium. Diese beiden Materialien dehnen sich bei Kälte und Hitze unterschiedlich aus und kein Silikon auf dieser Welt ist in der Lage, dieses physikalische Grundgesetz dauerhaft zu lösen. Deshalb muß man eben, wenn es zu einer Undichtigkeit kommt und einem seine Kunden davon berichten, das Fenster ausbauen und neu abdichten. Auch das passiert immer wieder auf einem Boot, denn eine GFK-Schale verwindet sich nicht unerheblich und die tragenden Wände aus Hartholz (bulkheads) sind nicht in der Lage, dieses auszugleichen.

Das Layout unserer Boote stammt von mir selbst, und nicht nur ich sondern auch die Mehrzahl unserere Kunden ist vom Platzangebot und dem Stauraum positiv überrascht. Es tut mir leid, wenn das bei euch nicht so war - vielleicht solltet ihr das nächste Mal einfach ein größeres Boot buchen. Zum Thema lauter Perkins: der Perkins ist ein Arbeitstier, das in tausenden von Mietbooten seinen Dienst tut und sich durch unglaubliche Stabilität und Langlebigkeit auszeichnet. Die Geräuschkulisse gehört leider zu seinen Schwächen - die neue Modellreihe ist etwas leiser. Wenn ich mir privat ein Boot kaufen würde, hätte dieses einen Volvo Penta Turbodiesel - doch Wartungs- und Ölwechselintervalle von 200 Stunden oder weniger sind im Mietbootsektor einfach nicht drin.

Heizungsprobleme: genau dieses passiert, wenn man die Heizung mehrfach hintereinander ein- und ausschaltet. Dann springt an der Heizung eine Sicherung raus, die man wieder reindrücken muß - hätte man am Montag, als der Anruf wegen des Wassertanks kam, problemlos regeln können. Die "Rauchentwicklung aus dem Amaturenbrett" liegt daran, daß die Heizung unter dem Führerstand eingebaut ist und ist ein weiterer Indikator für das oben beschriebene mehrfache Ein- und Ausschalten, denn dabei wird jeweils eine kleine Menge Diesel eingespritzt - weshalb nach mehrfachem sofortigen Ausschalten diese Sicherung rausfliegt, um zu verhindern, daß noch mehr unverbrannter Diesel in der Brennkammer schwimmt. Durch das Anlaufen des Gebläses verdunstet dieser Treibstoff zum Teil - das von Jörg (richtig) beschriebene Symptom.

Zum Wassertank: Der Ratschlag von Gabi hilt in 95 % aller Fälle - und steht übrigens auch auf der Rückseite des Newsletters, den alle unsere Kunden bekommen. Ich hatte telefonisch dazu geraten, den Tankstutzen beim Befüllen zuzuhalten, um mehr Druck aufzubauen - wenn der Wasserdruck an der entsprechenden Zapfstelle genügt, löst das das Problem immer. Wasser in die Entlüftung zu füllen, kann ordentlich daneben gehen, denn die Entlüftungsschläuche sind meist mit einem "Schwanenhals" verlegt und wenn man Wasser reinpumpt, kann dieser Schwanenhals mit Wasser gefüllt werden und es geht garnix mehr. Ich weiß durchaus, wo auf unseren Booten die Wassertanks sitzen, auch wenn sich das von Boot zu Boot unterscheidet. Manche unserer Boote haben hinter dem Motor den Holding Tank, andere den Wassertank. Ich habe übrigens auch am Telefon gesagt, daß ich mir im Falle der Dandelion nicht sicher bin, welcher Tank wo sitzt. Die Tankkapazität ist so dimensioniert wie auf den meisten irischen Mietbooten, weshalb wir auch generell dazu raten, jeden zweiten Tag aufzutanken - und an kostenlosem Wasser oder Wasseranschlüssen gibt's in Irland bestimmt keinen Mangel - und das ist besser als 4oder 5 Tage altes Wasser im Tank zu haben. Bei größeren Tanks, wie z.B. in Holland müßte man Chemie zusetzen, um ein Faulen des Wassers zu verhindern - und da hab ich was dagegen!

Schlussbemerkung: ich sehe alle diese Punkte als Hinweise, weniger als Kritik - und insgesamt scheint's ja auch gefallen zu haben. Schade daß ihr das Vorschlagsformular, das auf allen unseren Booten ist, nicht ausgefüllt habt. Und in eurer Schlussebemerkung steht etwas von "guten Stauräumen" - weiter vorne steht ".. kenne Boote mit deutlich besserer Raumausnutzung..." - sorry, verstehe ich nicht.

Sven Neubert, Waveline Cruisers

Bewertung nach Schulnoten (1=Sehr gut, 2=gut, 3=befriedigend, 4=ausreichend, 5=mangelhaft, 6=ungenügend).

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